16. Juni 2017

Interview mit dem Faszienexperten Markus Roßmann

Weitere Informationen und Termine finden Sie auf www.concept-rossmann.com

 

 

Wie wird man zum Faszienexperten?

 

Was sind die häufigsten Irrtümer über die Faszien?

Irrtum Nr. 1: Momentan werden die Faszien für jedes körperliche Problem verantwortlich gemacht. Faszien sind wichtig, aber sie sind nicht wichtiger als alle anderen Strukturen in unserem Körper. Ein guter Trainer oder ein guter Therapeut analysiert den Körper eines Klienten und entscheidet dann, ob und wieviel faszialen Anteil ein Training oder eine Behandlung haben soll.


Irrtum Nr. 2: Faszien kann man isoliert trainieren! Das ist nicht der Fall. Faszien und Muskeln kann man nicht trennen. Bei jedem Training werden Muskeln und Faszien trainiert. Man kann aber ein mehr muskulär betontes Training (= Krafttraining) oder ein mehr faszial betontes Training (= Faszientraining) durchführen!


Irrtum Nr. 3: Faszientraining ist nichts Neues! Da wird nur wieder eine alte Sau durch das Dorf getrieben! Diese Aussage hört man immer wieder! Diese Aussage ist ein Irrtum. Natürlich haben wir die Bewegung nicht neu erfunden. Aber, um optimale fasziale Reize im Training zu setzen, kommt es auf die Details in der Ausführung an. Es kommt auf die Betonung in den verschiedenen Phasen einer Bewegung an. Ein Laie sieht den Unterschied zwischen Schwingen und faszialem Schwingen nicht. Ein Teilnehmer bei unseren Kursen bekommt diesen Unterschied nicht nur theoretisch erklärt, sondern erspürt diesen bei der Durchführung von Übungen. Was ist mehr muskulär und was ist mehr faszial!

 

Warum ist funktionelles Faszientraining so bedeutungsvoll?

Funktionelles Training ist für mich das beste Gesundheitstraining, was es gibt. Mischt man diesem noch ein paar faszial-funktionelle Übungen bei, dann setzt man dem Training noch das Sahnehäubchen drauf. Das für mich wichtigste bei diesem Training ist die „Bewegungsvielfalt“ und die Tatsache, dass es eigentlich keine falsche Bewegung gibt, Ausnahme ist, wenn aufgrund von Operationen oder Verletzungen Bewegungseinschränkungen vorliegen. Es gibt keine Bewegung, die nur durch ein oder zwei Muskel durchgeführt werden. Bei jeder Bewegung sind komplexe Muskelketten und das komplette dreidimensionale Fasziennetzwerk gefragt. Und dann gibt es für mich noch einen zweiten wichtigen Grund, warum Bewegungsvielfalt so wichtig ist. Jeder Mensch ist ein Individuum, jeder Mensch hat einen anderen Knochenbau, hat andere Muskeln und auch andere Faszien. Und jeder Mensch hat eine andere Tagesbelastung. Der eine sitzt den ganzen Tag am Computer und der andere ist Postbote und geht den ganzen Tag. Und dann kann es nicht sein, dass diese zwei völlig verschiedenen Menschen ab Abend z. B. eine Dehnungsübung gleich ausführen. Übungen ganz allgemein müssen wieder mehr individualisiert werden. Funktionelles Training bietet schon diese so wichtige Bewegungsvielfalt. Faszial funktionelles Training individualisiert die Übungen und perfektioniert die faszialen Bewegungsreize. Somit wird das Training effektiver! 

 

Woran merken wir, dass wir unbedingt etwas für unsere Faszien und Kraft tun sollten?

Die Mehrzahl der Menschen leiden an Bewegungsmangel. Das ist Hauptgrund für fast alle Zivilisationserkrankungen! Die typischsten Anzeichen, dass man etwas für die Faszien und Muskeln tun soll, sind Rücken- oder Gelenkschmerzen sowie eine ständig zunehmende Steifigkeit. Ein anderes Anzeichen wäre die Tatsache, dass sie nicht auf 2-3 Stunden Bewegung pro Woche kommen. Dann sind körperliche Probleme meistens vorprogrammiert. Nun wissen viele Menschen, dass sie sich zu wenig bewegen und stellen sich die Frage, welche Art des Trainings den besten Zeit- Nutzenfaktor hat. Und da kommt man am faszial-funktionellen Training nicht vorbei.

 

Wie oft und wie lang sollte man funktionelles Faszientraining absolvieren?

Kommt darauf an, was ihr Ziel ist. Wenn Ihr Ziel die Erhaltung Ihrer Gesundheit ist, dann reichen 2 bis 3 mal pro Woche á 30-45 Minuten faszial-funktionelles Training aus! Das Schöne bei diesem Training ist: Es kommt auf die Qualität und nicht auf die Quantität an. Deswegen kann ich gesundheitsorienentierten Menschen, die wenig Zeit haben, nur raten, sich von einem Experten, der Ahnung von Faszien und Muskeln hat, anweisen zu lassen. Man spart sich viel Zeit und das Training ist viel effektiver.

 

Gibt es Empfehlungen für eine faszienfreundliche Ernährung?

Natürlich ist es auch hier gut sich gesund und ausgeglichen zu ernähren. Es gibt ein interessantes Buch über Faszienernährung beim Südwest Verlag „Richtig Essen für die Faszien“ von Stephan Müller.

 

 

       

FASZIE TRIFFT MUSKEL. FUNKTIONELLES TRAINING
Markus Roßmann, Lamar Lowery
232 Seiten

ISBN: 978-3-8403-7547-7

€ [D] 25,00

 

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© Meyer & Meyer © Mira Hampel

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